Einen tiefentladenen Li-Ion Akku sollte man nicht leichtfertig wiederbeleben. Lithium-Ionen-Zellen reagieren empfindlich auf zu tiefe Entladung. Wenn die Zellspannung über längere Zeit unter einen kritischen Bereich fällt, können im Inneren der Zelle dauerhafte Schäden entstehen. Diese Schäden sind von außen oft nicht sichtbar, können aber beim späteren Laden oder im Betrieb zu Problemen führen.
Besonders kritisch ist eine starke Tiefentladung, wenn eine Zelle längere Zeit auf sehr niedriger Spannung gelegen hat. In solchen Fällen können sich im Inneren der Zelle leitfähige Strukturen bilden, die später einen teilweisen oder vollständigen Kurzschluss verursachen können. Wird eine solche Zelle wieder geladen, kann sie sich auffällig erwärmen, instabil reagieren oder ein Sicherheitsrisiko darstellen.
Warum ist Tiefentladung bei Li-Ion Akkus gefährlich?
Bei einem Li-Ion Akku sind bestimmte Spannungsgrenzen wichtig. Wird die Zelle zu tief entladen, kann die Zellchemie geschädigt werden. Die Folge können Kapazitätsverlust, erhöhter Innenwiderstand, schlechtere Belastbarkeit oder eine deutlich verkürzte Lebensdauer sein. Im ungünstigen Fall kann ein tiefentladener Akku beim Wiederaufladen unsicher werden.
Deshalb besitzen viele Li-Ion-Akkupacks eine Schutzschaltung oder ein Batteriemanagementsystem. Diese Elektronik trennt den Akku bei Unterspannung ab, bevor die Zellen weiter entladen werden. Wenn ein Akku scheinbar „tot“ ist, kann das also bedeuten, dass die Schutzschaltung ausgelöst hat. Es kann aber auch bedeuten, dass die Zellen tatsächlich tiefentladen und beschädigt sind.
Wann sollte man einen tiefentladenen Li-Ion Akku nicht mehr verwenden?
Kritisch wird es besonders dann, wenn die Zellspannung sehr niedrig ist oder der Akku längere Zeit entladen gelagert wurde. Fachquellen warnen davor, Lithium-Zellen wieder zu laden, wenn sie längere Zeit unter etwa 1,5 V pro Zelle gelegen haben. In diesem Zustand können interne Schäden entstanden sein, die beim Laden nicht sicher beherrschbar sind.
Ein Akku sollte außerdem nicht weiter verwendet oder geladen werden, wenn er sich ungewöhnlich warm anfühlt, aufgebläht ist, ausläuft, verfärbt ist, ungewöhnlich riecht oder mechanisch beschädigt wurde. In solchen Fällen sollte der Akku nicht weiter betrieben, sondern sicher ausgesondert und fachgerecht entsorgt werden.
Kann ein Fachbetrieb einen Li-Ion Akku prüfen?
In manchen Fällen kann ein Fachbetrieb prüfen, ob lediglich die Schutzschaltung abgeschaltet hat oder ob die Zellen tatsächlich kritisch tiefentladen sind. Dabei werden Zellspannung, Innenwiderstand, Zustand der Zellgruppen und das Verhalten beim kontrollierten Laden bewertet. Eine solche Prüfung sollte jedoch nicht mit einfachen Bastelmethoden oder improvisierten Ladegeräten erfolgen.
Wenn ein Li-Ion-Akkupack in einem Gerät nicht mehr reagiert, ist deshalb die sicherste Lösung eine fachgerechte Prüfung. Besonders bei mehrzelligen Akkupacks ist Vorsicht geboten, weil einzelne Zellgruppen unterschiedlich tief entladen sein können. Dadurch kann der Pack beim Laden unausgeglichen oder unsicher reagieren.
Fazit
Ein tiefentladener Li-Ion Akku sollte nicht einfach wiederbelebt werden. Wenn die Zellen zu tief entladen wurden oder längere Zeit auf sehr niedriger Spannung lagen, können interne Schäden entstanden sein. Sicherer ist es, den Akku fachgerecht prüfen zu lassen oder zu ersetzen. Für langlebige und sichere Akkupacks ist ein zuverlässiger Tiefentladeschutz besonders wichtig.